
Schimpansen sind die engsten Verwandten des Menschen.
Wir teilen 98,4 % unserer Gene. Kein anderes Tier ist uns so ähnlich. Sie lachen, trauern, lernen und umarmen. Wer ihnen begegnet, erkennt sich selbst. Und doch…
Ihr Überleben ist akut bedroht!
Wissenschaftliche Schätzungen gehen davon aus, dass es in weniger als 30 Jahren keine wildlebende Schimpansen mehr geben wird. Das bedeutet: Die Spezies, die uns genetisch und emotional am nächsten steht, wird innerhalb weniger Jahrzehnte weitgehend verschwinden.
Wenn wir Schimpansen verlieren, verlieren wir ein Stück von dem, was uns selbst ausmacht.

Die Fakten
Massiver Art-
Verlust
In den 1960er Jahren gab es noch rund 1,5 Mio. freilebende Schimpansen. Heute sind es noch etwa 150.000 Tiere.
Wilderei und
illegaler Handel
Obwohl weltweit verboten, werden nach wie vor ganze Schimpansen-Gruppen getötet, um an das wertvolle Fleisch zu gelangen oder die Babys auf dem Schwarzmarkt zu verkaufen.
Zerstörung des
Lebensraums
Abholzung, Bergbau, Landwirtschaft und die Ausweitung menschlicher Siedlungen zerstören jedes Jahr über 10.000 km2 Schimpansenwald. Das sind mehr als 1 Mio. Fußballfelder.
Lokales Aussterben
In zahlreichen Ländern, in denen sie bisher heimisch waren, sind Schimpansen bereits ganz oder nahezu verschwunden – z.B. Gambia, Benin, Burkina Faso, Ghana, Senegal, Nigeria.
Wir retten Schimpansen in Not
Der Chimfunshi Wildlife Orphanage Trust in Sambia ist eine der ältesten und größten Schimpansen-Schutzstationen der Welt. Sie beherbergt derzeit rund 150 Schimpansen und zahlreiche lokale Wildtierarten. Die Schimpansen kommen aus der ganzen Welt, nachdem sie aus Vergnügungsparks, illegalem Handel oder privater Haltung gerettet wurden. In Chimfunshi finden die Tiere einen artgerechten Lebensraum in größtmöglicher Freiheit. Die Station rettet Schimpansen jeden Alters und jeder Herkunft, pflegt und versorgt sie ein Leben lang. Das Projekt, das von Spenden, Zuwendungen und Freiwilligenarbeit getragen wird, existiert seit 1983 und hat seitdem über 200 Schimpansen aufgenommen.
Damit diese Rettungsarbeit weitergehen kann, brauchen wir deine Unterstützung!
Jedes einzelne Tier zählt – jeder Schimpanse hat eine Geschichte

Alles begann mit Pal
1983 brachte ein Ranger das schwer verletzte Schimpansenbaby auf die Farm von David und Sheila Siddle. Wilderer hatten seine Mutter wegen ihres Fleisches getötet und das Junge zum Sterben zurückgelassen – ein Schicksal, das auch heute noch viele junge Schimpansen ereilt. Niemand gab dem fast toten Wesen eine Überlebenschance. Aber die Siddles nahmen den kleinen Menschenaffen auf, gaben ihm den Namen Pal, und umsorgten ihn Tag und Nacht. Entgegen aller Prognosen überlebte Pal - und lebt bis heute auf Chimfunshi.

Leila war jahrelang in Ketten
Leila war etwa vier Jahre alt, als man sie 2017 angekettet am Eingang eines Vergnügungsparks in Angola entdeckte. Ein altes Laken schützte sie notdürftig vor der Sonne, von Besuchern erbettelte sie Essensreste. Sie war schwer unterernährt, eine tiefe Narbe am Kopf stammte von einem Machetenschlag. Auf Chimfunshi musste die traumatisierte Schimpansin lange medizinisch versorgt werden. Aber heute geht es ihr gut und sie lebt in einem weitläufigen Waldgehege zusammen mit anderen Artgenossen.

Milla lebte in einer Bar
Milla kam 1990 zu uns. Als Baby von Wilderern gefangen, wurde sie mit drei Jahren zur Attraktion in einer Bar: als Bier trinkende und rauchende Schimpansin. Nach 14 Jahren entdeckte Dr. Jane Goodall sie dort, vollkommen abhängig von Alkohol und Zigaretten, und arrangierte ihren Transport nach Chimfunshi. Hier hatte man noch nie ein Tier mit Entzugserscheinungen gesehen - und nach 17 Jahren ohne Artgenossen war die Integration schwierig. Aber sie gelang und heute ist die 55-jährige eine wunderbare Adoptivgroßmutter für mutterlose Schimpansenkinder.
Das sind wir
Der Chimfunshi e.V. ist eine deutsche Umweltschutzorganisation, die sich für die Rettung der vom Aussterben bedrohten Schimpansen einsetzt und den Chimfunshi Wildlife Orphanage Trust unterstützt. Gemeinsam haben wir die größte Schimpansen-Schutzstation der Welt aufgebaut und 10.000 Hektar Land unter Naturschutz gestellt. Auch in Deutschland sind wir aktiv, betreiben Aufklärungsarbeit, kooperieren mit anderen Initiativen und betreiben Bildungsarbeit an Schulen, um Kinder für den Arten- und Naturschutz zu begeistern.

Hier kannst du mehr über Chimfunshi,
unsere Arbeit und die Situation der Schimpansen erfahren.
